Global warming – anschaulich gestreift

Bild oben: “Wald Warming” – Diptychon mit “global warming stripes”, Leinwände je 80 x 60 cm

Die Klimaerwärmung – global warming – zeigt sich immer deutlicher in unserem Umfeld. Nicht nur gefühlt werden die Sommer trockener und heißer, beginnt die warme, regenarme Zeit früher und dauert länger.

Als wir zu viert eine Ausstellung für 2021 rund um das Thema “Wertschätzung der Natur” in Angriff nahmen, war mir klar, dass ich mit den sogenannten “global warming stripes” arbeiten möchte.

Ed Hawkins und die “global warming stripes”

Die Durchschnittstemperaturen in den letzten 100 oder mehr Jahren steigen deutlich. Es gibt Schwankungen, aber die Tendenz ist klar.

Der britische Klimaforscher Ed Hawkins hat die wissenschaftlichen Daten durch ein Streifenmuster veranschaulicht, so dass die Entwicklung intuitiv verstanden wird.

global warming stripes Europa
Global Warming Stripes für Deutschland (1881 – 2018)

Er veranschaulicht die Jahres-Durchschnittstemperaturen durch Farbtöne, wobei Blau für kühlere, Rot für wärmere Jahre steht. Je dunkler die Farbe, desto weiter ist der Jahresdurchschnitt vom Durchschnitt des gesamten Zeitraumes entfernt.

Durchbrechen der “schönen Landschaft”

Indem ich die stripes in Bilder integriere, breche ich den vertrauten Anblick der Landschaft. Die Streifen sind ein fremdes Element, passen sich nicht ein, stören die Harmonie. Ihre Farben leuchten den Betrachter an, als wollten sie sagen: “Du kannst den Klimawandel nicht mehr übersehen!”

Diptichon: global warming am Meer
“Ostsee Warming” – Diptychon mit “global warming stripes”, Leinwände je 80 x 60 cm
Alle Bereiche der Natur sind betroffen

Die globale Erwärmung trifft nicht nur den Wald – Trockenheit und Borkenkäfer lassen die Nadelbäume absterben, ganze Waldflächen sind tot, müssen gerodet werden. Die Ozeane nehmen einen großen Teil der Wärme auf. Hier sorgen allerdings schon geringe Temperaturveränderungen für massive Umbrüche in den Ökosystemen, führen zu Störungen in den Nahrungsketten, verändertem Laichverhalten und sinkenden Nachkommen. Und auch unsere Nahrung ist bedroht, wenn Weizen oder Kartoffeln nicht mehr in ausreichenden Mengen und Qualitäten auf den Feldern gedeihen, wenn Insekten für die Bestäubung von Obstbäumen fehlen, wenn das Gras auf den Weiden verdorrt.

Diptychon: global warming auf dem Acker

Noch haben wir eine Chance, die Schäden zu begrenzen. Jeder Einzelne kann einen Beitrag leisten. Wirklich ändern wird sich die Situation aber nur, wenn wir uns über Grenzen hinweg verständigen, wenn wir gemeinsam diese Herausforderung angehen. “Wir haben es in der Hand” ist der Titel einer Serie von Digital-Collagen zum Thema.