Der Gelatinedruck bietet viele Möglichkeiten. Heute versuche ich, reduzierte Stillleben zu drucken. Spoiler: Dabei läuft es anfangs nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe.
Nachdem ich letzte Woche monochrome Papiere mit verschiedenen Texturen gedruckt habe (hier anschauen), nutze ich einige davon heute als Basis, um weitere Schichten daraufzudrucken.
Ich möchte bei meiner Palette vom letzten Mal bleiben, nehme lediglich Weiß und Schwarz dazu, damit ich ausreichend Kontrast in den Tonwerten bekomme.
Von der Logik her weiß ich, wie ich vorgehen muss. Nämlich rückwärts. Ich nutze Masken, um Bereiche vor dem Überdrucken zu schützen. Und das, was am Ende als Hintergrund wirkt, wird zuletzt gedruckt.
Klingt in der Theorie ganz klar, in der Praxis gibt’s da aber einige Schwierigkeiten, wie du im Video sehen kannst.
Immerhin hat es am Ende dann doch noch funktioniert. Und ich habe wieder gesehen, wie wichtig Kontraste – vor allem in den Tonwerten – sind.
Diese Stillleben-Drucke kann ich nun weiter bearbeiten mit Acrylfarbe, Stiften, Ölpastellen oder Collage. Und alles, was mir nicht gefällt, kommt zum Collagepapier, denn nichts ist Abfall.




Hallo liebe Uta , habe mal wieder mit Spnnung und Interesse dein Sonntagsvideo verfolgt. Ich hätte eine Frage zu den Farben, die du für die Gelliplate benutzt. Es sind unterschiedliche Fabrikate. Gibt es ein Fabrikat, das du favorisierst?Ich hatte bei Drew Steinbrecher mal gehört, es dürfe keine allzu dünne Farbe sein. Bislang habe ich meist Amsterdam benutzt, wollte aber auch mal die Boesner Farben und andere probieren. Bin erst in den Anfängen und habe deshalb noch keinen so großen Fundus. Gibt es innerhalb der Farben, z.B. Blau, bestimmte Töne, dieals Grundausrüstung sinnvoll sind? Bin oft (noch) verwirrt über die Vielzahl der Farbniancen. Den Aspekt mit der reduzierten Palette finde ich sehr einleuchtend. Werde ich, sobald ich wieder zuhause bin, ausprobieren.
Herzliche Grüße noch aus 🇸🇪
Anne
Liebe Anne,
ich freue mich, dass du gerne meine Videos schaust. Und danke für deine Fragen. Ich versuche mal eine kurze Antwort.
1.) Nein, ich habe keine Favoriten, was die Marke meiner Farben angeht. Ich schaue, was gerade bei den großen Kunstmaterial-Händlern (Boesner, Gerstaecker) im Angebot ist. Meist kaufe ich die Studienqualität eines Fabrikats, weil ich die für ausreichend halte.
2.) Ich habe gerade erst wieder die Erfahrung gemacht, dass dünnere Farbe sich nicht so gut ausrollt auf der Gelliplate, weil die Rolle leichter rutscht. Aber für sehr dünne Farbschichten, z.B. um den Ghostprint abzunehmen, finde ich das sogar praktisch. Ich glaube, da muss man selber ausprobieren, womit man am besten klar kommt.
3.) Farben und Farbtöne sind eine persönliche Geschmackssache. Und auch eine Frage, was man damit machen möchte. Ich verwende z.B. sowohl das kühle Zitrongelb als auch das warme Kadmiumgelb, je nachdem, was ich für Farbmischungen haben möchte. Zitrongelb und Coelinblau ergeben z.B. ein herrlich frisches Hellgrün. Möchte ich es lieber in Richtung Oliv haben, dann würde ich eher Kadmiumgelb und Ultramarinblau verwenden.
Es macht, denke ich, Sinn, von jeder Grundfarbe zumindest zwei Töne zu haben, jeweils einen wärmeren und einen kühleren. Und damit würde ich dann erstmal ausgiebig experimentieren.
Herzliche Grüße in den hohen Norden und allzeit gute Fahrt,
Uta
Vielen Dank liebe Uta für die ausführliche Antwort. Die hilft mir schon weiter! Freue mich auf den September, da bin ich wieder an Land und kann a)Farben shoppen und b) gelliplaten. Dieses Jahr hat es sich ergeben, dass ich auf dem Schiff total fokussiert auf digitale Collagen bin. Die Felsen-, Mauer- u d Holzstrukturen hier in Schweden lassen meine Fotobibliothek überlaufen. Habe viel Spß damit!
Immer mal was Neues 🤩
Liebe Grüße 👋🇸🇪
Liebe Anne, das klingt sehr spannend.
Digitalcollagen haben einen echten Vorteil auf Reisen: Man muss außer dem Laptop und der Kamera nichts dabei haben.
Ich hoffe, wir sehen deine Collagen demnächst mal in der A&I-Community.
Lieben Gruß, Uta