Mal wieder ein Picasso-Zitat. Der Mann hat im Laufe seines langen Lebens Vieles zu Kunst und Kreativität gesagt, dem ich spontan zustimme. Um danach noch ein bisschen genauer darüber nachzudenken.
Hier habe ich zuerst gestutzt. Ich denke an Bildkomposition. Ich denke an Landschaften, deren Ausschnitt ich wähle, bevor ich mit Malen beginne, und bei denen ich mir überlege, welche Elemente ich brauche und welche ich weglasse. Ist das nicht „Durchdenken und Festlegen“?
Nicht ganz, glaube ich. Ich treffe einige Entscheidungen, bevor ich starte, aber ich plane das Bild nicht bis ins letzte Detail. Ich wähle meine Palette, doch welche Farben genau ich daraus mische, ergibt sich bei der Arbeit. Und oft füge ich ganz am Schluss Kleinigkeiten hinzu, von denen ich am Anfang noch nichts wusste.
Bei abstrakten Bildern ist der Prozess natürlich noch viel offener. Ich starte mit einer Auswahl an Farben und mit einer Idee, dann wechsele ich zwischen intuitivem Tun und bewusster Betrachtung. Das Bild soll sich entwickeln können, deshalb darf ich gar nicht im Vorhinein alles festlegen. Ich möchte frei sein, auf das zu reagieren, was sich nach und nach zeigt.
Wann immer ich versucht habe, etwas genau zu planen und diesem Plan dann akribisch zu folgen, war das Ergebnis unbefriedigend, weil steif und leblos. Also habe ich für mich entschieden: Ich brauche einen Startpunkt: ein Motiv, eine Idee, ein Thema. Ich brauche ein paar Rahmenbedingungen wie z.B. die Farben, und dann werde ich sehen, was daraus wird.
Wie gehst du an ein Bild heran? Planst du viel oder wenig oder arbeitest du komplett intuitiv? Welche Erfahrungen hast du damit gemacht?



