(Gouache, Fettkreide und Pastell auf Aquarellpapier, 29 x 44 cm)
Heute nochmal ein Bild von August Macke.
Abstrakt und doch eine Landschaft: Berge am See mit langsam untergehender Sonne. Das Bild hat auch den Untertitel „Thuner See“, was ich aber erst beim Googeln entdeckt habe.
Gesehen und fotografiert habe ich das Bild im Kunstmuseum Bonn. Und habe es mir dort gleich noch als Postkarte gekauft, weil ich Sorge hatte, dass die Farben auf dem Foto nicht so klar sind. Außerdem gibt es darin eine leichte Spiegelung, denn das Werk ist hinter Glas gerahmt.
Was fällt mir bei der Betrachtung auf?
Das Bild ist etwas unterhalb der Mitte horizontal geteilt. Durch den oberen Bereich zieht sich eine waagerechte Zickzacklinie, die an eine Bergsilhouette erinnert. Der untere Bereich ist in schräg verlaufende Streifen geteilt.
Diese grobe Gliederung wiederum ist in viele – geometrisch anmutende – Flächen unterteilt, die teils harte, teils weiche Kanten haben und ineinander übergehen.
Das Bild leuchtet in kräftigen Farben, wobei rechts weitgehend die helleren und wärmeren Farben liegen, links die dunkleren, kühleren. Während meistens die Übergänge zwischen den Farben sanft sind (also z.B. eine rotorange Fläche neben einer gelborangen neben einer gelben), gibt es auch starke Kontraste zwischen Komplementärfarben wie Rot und Türkis oder Blau, sowie zwischen Hell und Dunkel.
Was nehme ich für mich mit?
Ich mag diese Art der Abstraktion von einer Landschaft. Das Motiv ist zu ahnen, aber so weit verfremdet, dass Details verschwinden. Wichtiger hier ist die Stimmung des Moments, das warme Licht über den Bergen, die Reflexionen im Wasser und die zunehmenden Schatten am Abend.
Ich mag die kräftige Farbigkeit, die von der Realität zwar inspiriert ist, darüber aber deutlich hinaus geht.
Und so würde ich gerne meine Landschaften abstrahieren.




Wieder ein schöner Beitrag, der mir hilft meinen Blick auf Kunst zu erweitern. Danke! Ich versuche immer mal wieder, und seit längerem, diese Form der Abstraktion in der Collage umzusetzen. Erinnere mich an dein Häuser letztes Jahr im Urlaub(glaub ich). Bin allerdings immer noch sehr unzufrieden mit meinen Versuchen.
Grüße aus 🇸🇪
Anne
Danke dir, liebe Anne.
Ja, die Häuser hatte ich letztes Jahr im Urlaub, weil wir dort diese kleinen Dörfer gesehen hatten. Ich bin damals ganz spielerisch an die Idee herangegangen. Die täglichen Collagen waren ja sowieso ein Experimentierfeld, deshalb waren die Erwartungen niedrig. Bei den vielen Collagen, die auf diese Weise letztes Jahr entstanden sind, sind nur wenige dabei, von denen ich sagen würde: Die sind super. Aber das Machen selbst hat bei (fast) allen Spaß gemacht.
Liebe Grüße nach Schweden, Uta