(Öl auf Leinwand, 65 x 54 cm)
Beim Anblick dieser Arbeit von Willi Baumeister (entstanden im Jahr seines Todes) dachte ich im ersten Moment an Bilder von Joan Miró. Die weichen Formen, die bunten Farben, die freien Flächen erinnerten mich an viele seiner Arbeiten. Wobei dieses Bild hier früher entstanden ist als viele derjenigen Mirós, an die es mich erinnerte.
Das Bild „Laternen auf Blau“ gehört zur Sammlung des Kunstmuseums Bochum.
Was fällt mir bei der Betrachtung auf?
Auf einem hellblauen Hintergrund gruppieren sich verschiedene Formen zu einem größeren und einem kleineren Gebilde, vermutlich den „Laternen“. Die einzelnen Formen haben klare Umrisskanten, überlappen sich zum Teil. An den Kanten solcher Überlappungen oder zum Teil auch innerhalb der Formen wechselt die Farbe. Die Formen sind ansonsten einfarbig wirken fast wie aus Papier geschnitten oder gerissen.
Die auffälligste Einzelform ist ein großes Dreieck in der oberen Hälfte des Bildes in leuchtendem Gelb mit einer roten Ecke. Sie wird ausbalanciert durch eine deutlich kleinere gebogene Form in Orangerot im unteren linken Quadranten. Alle anderen Formen sind eher in gedeckten Farben gehalten, zum Beispiel dunklem Blau und Schwarz sowie Beige und Blassblau.
Die beiden Formen-Gebilde sind zwar durch den blauen Hintergrund voneinander getrennt, scheinen aber miteinander zu korrespondieren, als wären sie zwei Figuren, die miteinander sprechen.
Was nehme ich für mich mit?
Auf mich wirkt das Bild spielerisch und fröhlich. Als hätte ein Kind es aus herumliegenden Papierresten zusammengeklebt. Und doch nehme ich die Idee einer Komposition wahr, mit der die helleren und dunkleren Flächen angeordnet wurden, sodass ich als Betrachterin auf der Bildfläche herumgeführt werde.
Die Kombination aus scheinbarer Absichtslosigkeit und planvollem Aufbau finde ich spannend.



