Unterwegs gesehen: Oskar Schlemmer – Zwölfergruppe mit Interieur (1930)

(Öl auf Leinwand, 90 x 150 cm)

Oskar Schlemmer (1888 – 1943) ist vermutlich vor allem bekannt durch seine Arbeit am Bauhaus, wo er von 1920 bis 1929 tätig war. Dort versuchte er verschiedene Bereiche miteinander zu vereinen, war selbst Maler, Wandgestalter, Zeichner, Grafiker, Lehrer und mehr.

Figur und Raum in ihrer Beziehung zueinander waren sein zentrales Thema.

Das obige Bild habe ich vor längerer Zeit im Von-der-Heydt-Museum in Wuppertal gesehen.

Was fällt mir bei der Betrachtung auf?

Das Bild wirkt auf mich, als stünde ich zusammen mit einigen der Figuren auf einem Flur und schaute in zwei verschiedene Räume. Der linke wird von einem Vorhang, der zur linken Seite gerafft ist, teilweise abgeschirmt. Er ist weitgehend leer, relativ dunkel, der Boden belegt mit grauen Dielen, die perspektivische schräg nach hinten verlaufen. An der hinteren Wand eine geschlossene Tür. Der rechte Raum ist ebenfalls fast leer. Der Blick geht ungehindert bis zur anderen Seite, an der ein Fenster Licht hereinlässt. Die Bodendielen verlaufen hier waagerecht und parallel.

In beiden Räumen befinden sich kleine weibliche Figuren. Während die eine im linken Raum im Profil gemalt ist, sieht man die beiden im rechten Raum von hinten.

Im Vordergrund des Bildes befinden sich mehrere Figuren sowohl auf den Seiten und in der Mitte zwischen den Räumen. Auch sie sind entweder von hinten oder im Profil dargestellt und wirken auf mich wie steife Puppen. Wenn Gesichter vorhanden sind, dann nur angedeutet. Die Figuren haben keine „Persönlichkeit“, sind stark stilisiert und aus eher geometrischen Formen aufgebaut.

Was nehme ich für mich mit?

Eigentlich gefällt mir dieses Bild nicht. Ich finde es steif und sehr konstruiert, un-lebendig.

Trotzdem gibt es mir das Gefühl, Teil der Figurengruppe im Vordergrund zu sein, mit ihnen zusammen in die Räume zu schauen.

Ich finde die Idee interessant, so etwas wie ein „Bild im Bild“ aufzubauen, einen Raum hinter dem Raum, in dem der Betrachter sich befindet. Das gibt dem Bild eine zusätzliche Dimension, eine Tiefe, eine zweite Ebene.

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