Der März wirft einen Blick auf das Thema Bildkomposition

Wenn wir spontan auf den Auslöser unserer Kamera drücken, dann entsteht dabei oft eine Aufnahme wie viele andere; manchmal ergibt sich aber auch ein Foto, das wir spannend finden und uns gerne länger anschauen oder sogar als Ausdruck an die Wand hängen möchten. Was macht den Unterschied?

Wenn wir Farbe auf einem Blatt Papier oder einer Leinwand verteilen, kann ein buntes Durcheinander daraus werden oder ein Bild, das den Blick des Betrachters einfängt und festhält. Können wir das steuern?

Zauberwort Bildkomposition

Gemeint ist damit die Anordnung der einzelnen Bildelemente auf der Bildfläche. Wenn wir uns Gedanken über den Aufbau eines Fotos oder eines gemalten Bildes machen, können wir seine Wirkung bestimmen.

Soll es Ruhe oder Bewegung ausstrahlen? Wohin soll ein Betrachter zuerst schauen und was soll er noch wahrnehmen? Welche Stimmung, welches Gefühl wollen wir mit dem Bild vermitteln? Das alles hat Einfluss auf die Gestaltung eines Bildes.

Im März möchte ich mir – neben meinem 100-Tage-Projekt – die Grundzüge der Bildkomposition anschauen. Egal ob gegenständliche oder abstrakte Malerei, ob Collage oder Fotografie, es macht Sinn, die Prinzipien zu kennen und bei Bedarf anwenden zu können. Und natürlich darf man sie auch über den Haufen werfen, dann aber bitte bewusst.

Bild: "Toskana-Mohn"
“Toskana-Mohn”, Acryl auf Leinwand, 50 x 60 cm

Schwerpunkte setzen

Wenn mein Bild eine Wirkung auf dich haben soll, dann muss ich zuerst mal wissen, was ich dir zeigen möchte. Bei dem Bild „Toskana-Mohn“ zum Beispiel ist es der rote Mohn, der auch bei trübem Wetter seine Leuchtkraft in die Landschaft schickt.

Ich habe die großen Mohnblüten als Hauptdarsteller in den mittleren Bereich des Bildes gerückt, außerdem heben sie sich durch ihre Farbe vom Grau und matten Grün deutlich ab.

Ich habe hier also sowohl den farblichen Kontrast als auch die Platzierung genutzt, um einen Schwerpunkt im Bild zu setzen. Die übrigen Knospen und Blüten sind Nebendarsteller und unterstützen die Aussage.

Ich kann natürlich auch mit anderen Arten von Kontrasten arbeiten, kann ein Element im Bild isolieren und dadurch besonders machen. Auch durch die Linienführung – sowohl reale als auch gedachte Linien – kann ich den Blick auf den Schwerpunkt lenken.

Aquarell "Andalusien", 30 x 40 cm
Aquarell “Andalusien”, 30 x 40 cm

Bei diesem Aquarell führen die schrägen Linien den Blick entlang der Straße über die flachen Stufen ins Bild hinein. Was werde ich wohl hinter der Biegung finden?

Fazit: Bevor ich die Kamera oder den Pinsel in die Hand nehme, überlege ich mir zuerst, wer oder was der Hauptdarsteller meines Bildes sein soll und wie ich diesen Schwerpunkt betonen möchte.

Doch wo will ich diesen Hauptdarsteller platzieren? In welcher Form soll das Bild aufgebaut sein? Dazu demnächst mehr.

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