Greg McKeown: Essentialismus

Buchtipp: Greg McKeown – Essentialismus

(Unbezahlte “Werbung” für ein Buch)

Nein, es heißt hier nicht Existenzialismus sondern Essentialismus. Es geht um die Essenz, das Wesentliche. Es geht darum, sich nicht zu verzetteln, sich auf das zu konzentrieren, was einem wirklich wichtig ist.

Am heutigen Sonntag gibt’s mal kein Video, stattdessen einen Buchtipp.

Ich bin durch eine Randbemerkung in einem Podcast darauf gestoßen, habe es mir als Second-Hand-Buch besorgt und fand es nicht nur unterhaltsam geschrieben, sondern auch inhaltlich spannend.

Vor allem, weil – oder besser obwohl – ich ja eher eine “Scannerin” bin. So nennt die Autorin Barbara Sher in ihrem Buch “Du musst dich nicht entscheiden, wenn du 1000 Träume hast” diejenigen Menschen, die viele verschiedene Interessen haben und diese im Wechsel verfolgen.

In den letzten Jahren ist bei mir allerdings die Kunst zum Schwerpunkt geworden, ich habe schon reduziert und aussortiert, mich stärker konzentriert.

Dieses Buch liefert dazu einen Kernsatz: “Weniger, aber besser.”

Unsere Welt ist geprägt vom “Mehr”. Es wird suggeriert, dass wir alles haben, alles machen können. Es gibt immer mehr Möglichkeiten, aus denen wir wählen sollen. Aber je mehr Optionen, desto schwerer fällt es, uns für eine zu entscheiden. Wir könnten ja etwas Besseres verpassen.

Außerdem haben wir dem “Muss” einen sehr hohen Stellenwert eingeräumt vor der Möglichkeit zu wählen; damit entscheiden andere für uns.

Ich weiß, ich vereinfache hier gerade sehr. Lebenssituationen – beruflich wie privat – sind komplexer. Aber gerade deshalb finde ich das Buch hilfreich.

Um es kurz zu fassen:

Es geht um drei Schritte – Erforschen, Eliminieren, Ausführen.

Erforschen bedeutet, die verschiedenen Optionen – und zwar möglichst alle – genau zu untersuchen, um belanglose Dinge von wichtigen zu unterscheiden. Und die meisten Dinge – so der Essentialist – sind belanglos.

Eliminieren heißt, die belanglosen Dinge auszuschalten, an den richtigen Stellen “Nein” zu sagen statt “Ja” (ein “charmantes Nein”, wie McKeown es nennt). Und dadurch Raum zu schaffen für das, was man eigentlich tun möchte und womit man seinen größten Beitrag für Beruf, Familie, Gesellschaft leisten kann.

Ausführen schließlich meint, dass wir Hindernisse aus dem Weg räumen, um das, was wir tun wollen, so mühelos wie möglich tun zu können. Also Schwierigkeiten vorhersehen und außerdem Puffer einbauen (z.B. Zeit), weil die Realität unberechenbar ist und wir nie alles planen können.

Ein wichtiger Begriff, der im Buch immer wieder vorkommt ist der “Kompromiss”. Es geht nicht ohne Kompromisse, denn immer, wenn wir uns für etwas entscheiden, entscheiden wir uns gleichzeitig gegen anderes. Wir können nicht alles haben, aber wir möchten das haben, was uns am wichtigsten ist, wo wir am meisten bewirken und erreichen können.

McKeown erläutert diese drei Schritte des Essentialismus ausführlich und mit vielen Hintergrundinformationen und Beispielen.

Auch wenn es häufig um Beruf und Karriere geht, auch wenn ich nicht jede Aussage im Buch unterschreiben würde, lassen sich die Ideen, die dahinter stehen, auf ganz unterschiedliche Lebensbereiche anwenden, erst recht auf den kreativen.


Book recommendation: Greg McKeown – Essentialism

Greg McKeown:  Essentialismus

(Unpaid “advertisement” for a book)

No, it’s not called existentialism here, it’s essentialism. It’s about the essence, the essentials. It’s about not getting bogged down, concentrating on what is really important to you.

This Sunday there’s no video, instead a book tip.

I came across it through a marginal note in a podcast, got it as a second-hand book and found it not only entertainingly written, but also exciting in terms of content.

Mainly because – or rather although – I’m more of a “scanner”. In her book “What do I do when I want to do everything”, the author Barbara Sher calls those people who have many different interests and pursue them alternately.

In recent years, however, art has become my focus, I have reduced and sorted out, concentrated more.

This book provides a core sentence: “Less, but better.”

Our world is characterized by “more”. It is suggested that we have everything, can do anything. There are always more options to choose from. But the more options, the harder it is for us to choose one. We could be missing out on something better.

In addition, we have given the “must” a very high priority over the opportunity to choose; so others decide for us.

I know I’m oversimplifying here. Life situations – professionally and privately – are more complex. But that’s why I find this book helpful.

Long story short

It involves three steps – Explore, Eliminate, Execute.

Exploring means carefully examining the various options – all of them if possible – in order to distinguish irrelevant things from important ones. And most things – according to the essentialist – are irrelevant.

Eliminating is cutting out the irrelevant stuff, saying “no” in the right places instead of “yes” (a “charming no” as McKeown calls it). And thereby creating space for what you actually want to do and with which you can make your greatest contribution to work, family and society.

Finally, execution means that we remove obstacles in our way to be able to do what we want to do as effortlessly as possible. So anticipate difficulties and also build in buffers (e.g. time), because reality is unpredictable and we can never plan everything.

An important term that comes up again and again in the book is “compromise”. It doesn’t work without compromises, because whenever we decide for something, we also decide against something else. We can’t have everything, but we want to have what matters most to us, where we can make the most difference and achieve the most.

McKeown explains these three steps of essentialism in detail and with lots of background information and examples.

Even if it’s often about work and career, even if I wouldn’t subscribe to every statement in the book, the ideas behind it can be applied to very different areas of life, especially to the creative one.

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