Zitat Andy Warhol

Lass die Kritiker reden – Zitat von Andy Warhol

Bestimmt kennt ihr den Spruch: “Vor dem Handeln zuerst das Gehirn einschalten!” – sprich: erst denken, dann tun. In den meisten Fällen ist das sinnvoll.

Wenn es um Kunst geht – oder besser: wenn es um kreative Arbeit geht, ist diese Regel eher kontraproduktiv. Denn dabei können mir meine Überlegungen, meine Pläne und kritischen Gedanken den Weg verstellen und ich komme überhaupt nicht ins Tun.

Vor allem unsere inneren Kritiker (nein, ich gendere jetzt nicht!) können richtig laut werden, wenn wir erst ins Grübeln kommen, ob unsere Fertigkeiten ausreichend sind, das gewählte Motiv angemessen auf die Leinwand zu bringen. Oder wenn wir darüber nachdenken, doch besser abstrakte Landschaften zu gestalten statt der altmodischen Stillleben, die wir eigenlich viel lieber malen.

Vor uns türmen sich Hürden auf, die den ersten Pinselstrich unnötig schwer machen, wenn nicht gar verhindern. Weil wir ein Urteil über unsere Arbeit und damit über uns vorweg nehmen, das vielleicht gar nicht gefällt wird.

Und selbst wenn jemand ein Urteil über unser Bild fällt – das bedeutet: nur über das Bild, nicht über uns! -, ist das eine subjektive Meinung. Eine unter vielen.

In Warhols Zitat stecken für mich zwei wichtige Gedanken zur Kunst:

Erstens: Es geht ums Machen, um den Prozess, nicht um das Ergebnis, das Produkt.

Zweitens: Wir müssen uns unabhängig machen von der Beurteilung durch andere – und zwar sowohl von negativen als auch von positiven Bewertungen. Wir müssen unseren Kriterien genügen, nicht denen fremder Menschen. Wir müssen unsere Kunst machen, nicht die, die anderen zusagt.

Für die meisten von uns ist das leicht gesagt, aber gar nicht leicht umzusetzen. Weil in unserer Gesellschaft Ergebnisse zählen und nicht-zielgerichtetes Tun als Zeitverschwendung gilt (nur Kinder dürfen das). Weil wir von klein auf gelernt haben, Regeln zu befolgen, die andere gesetzt haben. Und nicht zuletzt, weil wir gelobt und geliebt werden wollen.


Let the critics do the talking – quote from Andy Warhol

Zitat Andy Warhol

You probably know the saying: “Before you act, turn on your brain first!” – in other words: think first, then do. In most cases this makes sense.

When it comes to art – or better: when it comes to creative work, this rule is rather counterproductive. Because my considerations, my plans and critical thoughts can block my way and I don’t get to do anything at all.

Above all, our inner critics can get really loud when we start pondering whether our skills are sufficient to bring the chosen motif appropriately to the canvas. Or when we think about creating abstract landscapes instead of the old-fashioned still lifes that we actually prefer to paint.

Obstacles are piling up in front of us that make the first brushstroke unnecessarily difficult, if not impossible. Because we anticipate a judgment about our work and thus about ourselves that may not be made at all.

And even if someone makes a judgment about our painting – that means: only about the painting, not about us! – that’s a subjective opinion. One among many.

For me, there are two important thoughts about art in Warhol’s quote:

First: It’s about doing, about the process, not about the result, the product.

Secondly, we must make ourselves independent of the judgments of others – both negative and positive. We have to meet our criteria, not those of strangers. We have to do our art, not what others like.

For most of us, that’s easy to say, but not easy to do. Because in our society, results count and non-targeted action is considered a waste of time (only children are allowed to do that). Because from an early age we have learned to follow rules set by others. And not least because we want to be praised and loved.

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