Tagebuch führen – es gibt Menschen, die machen das regelmäßig und über lange Zeit, andere nur in bestimmten Situationen. Sie halten fest, was sie erleben, denken, fühlen. Sie verarbeiten, was sie bewegt, indem sie es über die Hand auf Papier fließen lassen.
Warum muss das, was auf Papier – oder einem anderen Grund – landet, unbedingt Schrift sein? Warum nicht in Bildern festhalten, statt in Worten? Warum nicht in Linien und Formen und Farben ausdrücken, was mit Buchstaben schwerfällt?
Vor vielen Jahren habe ich bei einer Ausstellung die Künstlerin MAF Räderscheidt kennengelernt, die dort eine Auswahl ihrer „Daily Paintings“ zeigte. Jeden Tag eine kleine Arbeit mit Aquarell, manchmal kombiniert mit Fineliner oder ähnlichem (wenn ich mich richtig erinnere). Jeden Tag nutzte sie einen Moment dieses Tages als Ausgangspunkt für ihr Bild. Ihre Arbeiten wurden so zu einer Art Tagebuch dessen, was sie sah und hörte.
Sowohl Worte im Tagebuch als auch Zeichnungen im Skizzenbuch können genutzt werden zum Reflektieren dessen, was uns begegnet. Aber zumindest in unseren Bildern stecken auch unbewusst all die Dinge, die uns bewegen. Denn irgendwo liegt ja der Grund, warum wir sie malen.
P.S.: Auf der Website von MAF Räderscheidt (LINK: MAF ART | MAF Räderscheidt – Malerin – Druckgrafikerin – Autorin ) habe ich jetzt gelesen, dass auch sie von der schweren Flut im Ahrtal 2021 betroffen war, dass eine Flutwelle ihr Atelier überschwemmte und den größten Teil ihres Lebenswerks vernichtete und dass sie trotzdem kurz darauf ihre Arbeit wieder aufnahm. Respekt!
Und hier findest du MAF auf Instagram.



