Max Ernst war einer der führenden Vertreter des Surrealismus. Im Surrealismus – also „über dem Realismus“ – spielen Traum und Unbewusstes eine wichtige Rolle, erschaffen eine eigene Realität und erweitern damit die Wirklichkeit.
Wenn von „unterschiedlichen Realitäten“ die Rede ist, denke ich aber auch daran, dass unterschiedliche Menschen die Wirklichkeit verschieden wahrnehmen und bewerten. Jemand, der den Winter mag, wird sich über die ersten Schneeflocken, die aus grauen Wolken segeln, freuen. Dagegen sind für denjenigen, der Sonne und Wärme liebt, die gleichen Flocken ein Zeichen für Dunkelheit und Kälte, also etwas Negatives.
Und wir selbst sehen die gleiche Realität ebenfalls nicht immer gleich, abhängig von unserer „Tagesform“.
Realität, Wirklichkeit ist also etwas anderes als zum Beispiel ein Naturgesetz, das unabhängig vom Betrachter gültig ist. Es gibt nicht die eine Realität für alle. Im Gespräch mit anderen Menschen können wir erfahren, wie sie die Wirklichkeit wahrnehmen. Wir können sie mir unserer eigenen Sicht vergleichen, können Gemeinsamkeiten oder Unterschiede entdecken.
Diese unterschiedlichen Sichtweisen können unser Denken auf neue Wege führen, können uns inspirieren. Ich mag die Formulierung „einen Funken ziehen“, sie lässt ein Bild entstehen von einer kleinen Flamme, die sich ausbreitet und zu einem wärmenden Feuer wird.



