(Aquarell auf Papier, 27,9 x 21,3 cm)
Isaac Grünewald (1889 – 1946) war ein schwedischer Maler, Grafiker und Bühnenbildner. Dieses Aquarell habe ich gesehen in „Prins Eugens Waldemarsudde“, einem Kunstmuseum auf einer Halbinsel, die zu Stockholm gehört.
Prins Eugen (1865 – 1947) hat sowohl Kunst gesammelt als auch selber gemalt. Eins seiner Bilder habe ich hier schon mal vorgestellt.
Was fällt mir bei der Betrachtung auf?
Eine Person in gelb-gestreiftem (Morgen-)Mantel sitzt auf einer Bank an einem Tisch unter einem Baum. Rundum sind verschiedene Pflanzen angedeutet. Dem Aquarell liegt – so sieht es für mich aus – eine schnelle Zeichnung mit dünnem Pinsel zugrunde. Der Blick auf die Szene kommt von schräg oben, als würde der Betrachter über dem Boden schweben. Verwendet werden einerseits kühle Blau-Grün-Töne, andererseits Aprikot und ein rötliches Violett, alles transparent übereinandergelegt mit lockeren Pinselstrichen.
Der Stil dieses Bildes erinnert mich an Bilder von Matisse zu den Zeiten des Fauvismus.
Mein Blick geht zuerst zur Figur des Mannes mit seinem gelbgestreiften Mantel und zum Tisch (auch dort findet sich etwas Gelbes) auf der linken Bildseite, wandert dann über gelbgrüne Farben von Pflanzen auf die rechte Seite. Dort wird er von einem dunklen Balken gehalten (vermutlich ein Baumstamm), an dem er nach oben schwenkt und über den Baumstamm daneben wieder in die Bildmitte geleitet wird.
Durch den lockeren Pinselstrich, die Überlagerung verschiedener Farben, ähnliche Tonwerte im ganzen Bild gibt es kein wirkliches Zentrum, keinen Fokus – außer vielleicht die weiße Schirmmütze der Person.
Das Bild erzeugt in mir den Eindruck eines entspannten Sommernachmittags im Schatten, lässt mich an freie Zeit und Muße denken. Die Weise, wie die Pflanzen angedeutet sind, die Form von Tisch und Bank passen zu einem südlichen Ort.
Was nehme ich für mich mit?
Mir gefällt der flüssige Strich, mit dem die Skizze angelegt wurde. Sie zeigt eine Sicherheit, die von langer Übung spricht. Ich frage mich, ob ich nicht viel mehr zeichnen sollte. Viel mehr mit dem Pinsel skizzieren, Eindrücke auf diese Weise einfangen sollte.
Ich mag auch die Offenheit, mit der die Szene angelegt wurde. Viele Farbflächen sind sozusagen undefiniert, beschreiben mehr eine Stimmung als ein bestimmtes Objekt. Auch das ist eine Anregung, der ich nachgehen möchte: Mehr mit Aquarellfarben arbeiten, ohne zu sehr ins „ordentliche Ausmalen“ einer Skizze zu kommen.
Wäre das eine Möglichkeit für Reisen? Darüber werde ich noch ein bisschen nachdenken.




Oh ja, das mit dem Zeichnen… Ich fühle mich mehr als Schreiberin, und doch überkommt mich machmal die Lust, ein Bild zu gestalten. Und ich habe erstaunt festgestellt, dass das schnelle Skizzieren ohne mich im Detail zu verlieren erstaunliche Ergebnisse zeitigt.
Das kann ich gut nachvollziehen, liebe Gertrud.
Ich habe zum Beispiel keine Probleme, eine Bildkomposition zu skizzieren. Mache ich ja zum Beispiel auch, wenn ich Landschaften oder Orte malen will. Aber dieses akribische Zeichnen mit vielen Details, das ist nicht meins.
Schnelles Skizzieren ohne sich im Detail zu verlieren – das klingt super. Und ich vermute, dass die Ergebnisse sehr lebendig sind.