Kunst und Leben – Leben und Kunst

Wie eng ist unsere Kunst mit unserem Leben verzahnt? Diese Frage tauchte in einem Gespräch mit einer Freundin auf und ich habe anschließend noch ein bisschen darüber nachgedacht, wie ich das für mich beschreiben könnte.

Kunst und kreatives Tun sind mir sehr wichtig, sind im Laufe der Jahre zu einem Schwerpunkt für mich geworden. Ich nehme meine Umwelt mit allen Sinnen auf, sammele – vor allem auf Reisen – Inspirationen, indem ich festhalte, was mich anspricht, was meine Aufmerksamkeit fängt und mich interessiert. Ein Teil dieser gesammelten Eindrücke findet irgendwann seinen Weg in meine Malerei.

Aber ich mag auch andere kreative Tätigkeiten. Ich stricke fast alle meine Pullover selber, und zwar ohne Vorlage, nach eigenen Ideen und so, wie ich mir meine Pullover wünsche. Hin und wieder schöpfe ich Papier oder erschaffe Dinge aus Pappmaché.

Ich bin neugierig und möchte alles mögliche ausprobieren. Dazu gehört zum Beispiel Papier oder Stoff mit Blättern und Blüten zu bedrucken. Oder Seife selber herzustellen – und zwar so richtig als chemischer Prozess mit Ölen und Natronlauge. Oder ich gieße neue Kerzen aus Resten von abgebrannten Kerzen. Oder ich versuche die Rohwolle nach einer Schafschur weiterzuverarbeiten. Oder, oder, oder …

Manches probiere ich nur einmal aus, anderes kehrt mit Abstand immer wieder. Das alles bereichert mein Leben, meinen Alltag. Kreativität im weitesten Sinne ist also ein integraler Bestandteil meines Lebens.

Aber wie eng ist die Verbindung zwischen der Malerei und meinem Leben?

Ich lebe entfernt vom Meer, aber das Meer ist ein zentrales Thema meiner Malerei. Bei einer Vernissage bin ich gefragt worden, wie sehr mein Wohnort im Bergischen Land meine Malerei inspiriert. Meine Antwort: Gar nicht. Schon seltsam, oder?

Und es gibt noch andere Diskrepanzen.

Ich liebe Rot seit Kindertagen als Farbe, liebe rote Kleidungsstücke, habe ein rotes Sofa in meinem Arbeitszimmer. In meinen Bildern findet sich dagegen kaum Rot.

Ich bin immer schon interessiert an Menschen, unterhalte mich gerne mit ihnen und mag es, sie und ihre Vorstellungen kennenzulernen, vor allem, wenn sie so ganz anders „ticken“ als ich. In meinen Bildern kommen aber normalerweise keine Menschen vor.

Bei mir sind Kunst und Leben anscheinend zwei Seiten einer Medaille, zwei Seiten, die Gemeinsamkeiten haben aber auch Unterschiede. Für mich gilt die Gleichung „Leben = Kunst“ jedenfalls nicht. Aber die beiden haben eine große Schnittmenge.

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