Malgrund Sperrholz und die Arbeit in Serie

Nachdem ich seit Mitte Mai auf Papier gearbeitet habe, möchte ich jetzt andere Materialien nutzen für die nächste Serie rund um meine „Sehnsucht nach Meer“.

Zwölf Holzplatten im Format 25 x 25 cm – altes Sperrholz von einer großen Schrankrückwand – liegen schon eine Weile mit ersten Farbschichten im Atelier. Immer, wenn auf der Palette Farbe übrig war, habe ich sie mit Pinsel, Spachtel oder Malerkelle auf die Platten gebracht, um sie nicht zu verschwenden. Habe hin und wieder etwas darauf ausprobiert – ohne konkretes Ziel -, um die Arbeit auf Holz langsam kennenzulernen. So sind vielfältige Untergründe entstanden, die als Start dienen können.

Während in der ersten Serie „Zeit für Undine“ das Fließen im Mittelpunkt stand und in der zweiten Serie die „Meeresgaben“, möchte ich mich jetzt der Weite nähern.

Eine Herausforderung, wenn die Malgründe klein und quadratisch sind, oder? Aber ohne Herausforderung wäre das Ganze ja langweilig.

Wie ihr auf dem Foto oben sehen könnt, sind einige der Platten eher monochrom grundiert, andere zeigen schon viel Kontrast in Tonwert und Struktur. Ich werde vermutlich als erstes die ruhigeren Platten mit mehr Elementen anreichern, bevor ich auf allen wiederum parallel weiterarbeite.

Warum in Serien arbeiten?

Für mich ist das ein relativ neues Vorgehen. Früher habe ich ein Bild erst begonnen, wenn das vorherige fertig war. Meistens jedenfalls. Ich habe versucht, zügig zu arbeiten, das angepeilte Ergebnis im Hinterkopf, und habe mich damit oft selber blockiert.

Selbst wenn ich eine Gruppe von Arbeiten zu einem bestimmten Thema machen wollte, bin ich so vorgegangen. Kam dann etwas dazwischen – zum Beispiel ein Auftrag für meine Mediengestaltung -, hatte ich zwar ein oder zwei fertige Bilder, musste aber erst wieder einsteigen und fand oft nicht in die gleiche Stimmung zurück. Schnell wird so aus einer geplanten Gruppe eine Ansammlung von Einzelbildern.

Wenn ich an vielen Bildern parallel arbeite – gesehen hatte ich das schon oft bei anderen Künstler*innen -, dann entwickeln sie sich gemeinsam, wachsen sozusagen miteinander auf. Werde ich unterbrochen, dann sind alle in einem ähnlichen Stadium, was die Gruppe zusammenhält.

Außerdem lassen sich Maltechniken, Farben, Materialien gut erkunden, wenn man sie auf den verschiedenen Bildern in unterschiedlicher Weise benutzt. Entdecke ich etwas, das mir gefällt, kann ich in der Serie die Variationsmöglichkeiten austesten und sehe, was funktioniert und was nicht. Ich lerne an der Serie mehr als an Einzelbildern, denke ich.

Also bin ich jetzt voller Vorfreude auf die kommenden Zeiten im Atelier und gespannt, was sich auf den Sperrholzplatten entfalten wird.

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