Wenn ich unterwegs bin, habe ich meist eine Kamera dabei – zumindest die vom Smartphone. Während ich gemächlich gehe, scanne ich mit den Augen mein Umfeld. Laufe ich durch eine Stadt, wandert mein Blick vom Boden über Hauswände und Schaufenster bis zu Dächern und Himmel und wieder zurück.
Es scheint, als nähme ich mit dem Blick der Fotografin meine Umgebung anders, vor allem genauer wahr.
Neben Plätzen und ganzen Häuserfronten fotografiere ich viele Details. Einen von Pflanzen überquellenden Balkon. Ein Schaufenster mit einer kreativen, bunten Dekoration. Eine alte Holztür mit Messingbeschlägen. Ein Streifenmuster, das von einem Treppengeländer als Schatten auf das Pflaster geworfen wird.
Und immer wieder Eindrücke, die als Foto uninteressant sind, mir aber später als Inspiration für meine künstlerische Arbeit dienen können. Oder auch als Elemente für Digital-Collagen: Bildfüllende Muster von Steinmauern, Kiesel am Strand, Lichtreflexionen auf dem Wasser, von Licht durchschienene Blätter.
Manchmal finde ich auch zuhause ungewöhnliche Motive. So wie auf dem Foto in diesem Beitrag. Mir war beim Zähneputzen aufgefallen, dass der Wasserstrahl aus dem Hahn den Abflussdeckel genau trifft und dabei ganz unterschiedliche Formen rund um den Ausguss erzeugt. (Nebenbei: Am Waschbecken in unserem Gäste-WC funktioniert das nicht.)
Ein Foto von der letzten Reise hat unterwegs schon den Anstoß gegeben für das nächste malerische Experiment. Mehr dazu am kommenden Sonntag.


