Anni Albers (1899 – 1994) hat am Bauhaus studiert und gelehrt. Nach Hitlers Machtergreifung emigrierte sie zusammen mit ihrem Mann Josef Albers (der mit den farbigen Quadraten) nach Amerika und arbeitete dort als Dozentin und Textilkünstlerin. Ihr Schwerpunkt war die Weberei, zu der sie im Bauhaus quasi gezwungen wurde, denn die Frauen hatten nicht die Wahl, sich mit anderen Materialien auseinanderzusetzen.
Ich kann mir gut vorstellen, wie aufregend es ist, wenn ein Entwurf für einen Stoff zum ersten Mal in den realen Stoff umgesetzt wird. Wenn zur Idee, zu Formen und Farben die Haptik des Garns kommt und die Wirkung des Erschaffenen in unterschiedlichen Umgebungen und Lichtverhältnissen.
Da ist etwas Neues in die Welt gekommen, das es vorher so nicht gab.
Kreativität
Der Begriff stammt ab vom lateinischen Wort creare – erschaffen. Wenn wir kreativ sind, erschaffen wir etwas. Und dazu gehört nicht nur die Idee, sondern vor allem auch das Machen. Ich kann ganz viele Ideen für Bilder haben, aber wenn ich sie nicht male, gibt es sie nicht.
Und der Prozess der Umsetzung einer Idee ist spannend – finde ich jedenfalls. Denn oft läuft nicht alles, wie ich mir das vorgestellt habe, und manchmal verändert sich die Idee auch während der Arbeit daran. Irgendwann kommt dann ein Punkt, an dem es innerlich kribbelt, weil ich spüre: Ja, das ist fertig, ich hab’s geschafft. Und dieses Gefühl ist aufregend und befriedigend zugleich.
Solche Momente sind etwas Besonderes; im kreativen Alltag kommen sie nicht so oft vor. Schließlich gehört zu diesem Alltag vieles, das nicht direkt zu einem „Ergebnis“ führt, wie z.B. Experimente mit Farben, spielerisches Ausprobieren von neuen Techniken und mehr.
Wenn es dann aber mal wieder so weit ist, sollten wir den Augenblick bewusst genießen, denn er ist es, der als „intrinsische Motivation“ Antrieb für die weitere Arbeit ist.




Liebe Uta
Im drittuntersten Abschnitt habe ich laut ausrufen müssen: Genau! So fühlt das an!
Danke
Liebe Gertrud,
danke für deine Rückmeldung. Es tut gut, nicht allein damit zu sein, oder?
Lieben Gruß, Uta