Im April waren mein Schatz und ich mit dem Wohnmobil in Spanien unterwegs. Und auf dem Rückweg haben wir einen Stopp gemacht ein Stück südlich von Tarragona, haben zwei Tage ausgespannt mit Strand und Faulenzen.
Ganz in der Nähe unseres Campingplatzes liegt Mas Miró, ein Gutshof mit Herrenhaus und einem bäuerlichen Nebengebäude, mit Feldern rundum und früher auch mit Tieren.
Der Name sagt es schon: Hier hat Joan Miró gelebt und gearbeitet. Er zog 1911 mit seinen Eltern auf den Hof bei Mont-roig. Der Hof, das Dorf und die Landschaft rundum haben ihn – das sagte er selber – geprägt, seine Malerei zu dem gemacht, was sie geworden ist. Ausgehend von gegenständlicher Malerei, in der Motive aus dem ländlichen Leben zentrale Elemente waren, hat er seine Bilder weiterentwickelt.
Bis ins hohe Alter hat Miró die Sommermonate auf Mas Miró verbracht und sein dortiges Atelier genutzt. Die Gebäude können heute besichtigt werden, und genau das haben wir gemacht. Ein paar Eindrücke möchte ich euch heute zeigen.

Das Hauptgebäude ist gebaut im Stil reich gewordener Südamerika-Rückkehrer früherer Zeiten und wirkt schon von außen beeindruckend.

Die alte Einrichtung ist liebevoll arrangiert, so wie hier das Esszimmer im Erdgeschoss. Man bekommt das Gefühl, als seien die Bewohner nur kurz hinausgegangen.

Die Küche gleich nebenan hatte neben diesem Kohleofen auch noch einen Gasherd. Ich bin mir nicht sicher, ob mir die grafischen Muster der Fliesen, die bis unter die Decke reichen, nicht ein bisschen „too much“ sind.

Auf dem Boden fand ich die Azulejos (ja, sie heißen hier wie in Portugal) aber wundervoll. Und es gibt sehr unterschiedliche Muster und Farben in den verschiedenen Zimmern.
Mehrere Schlafzimmer und ein Bad befinden sich im Obergeschoss. Fotografiert habe ich zwar noch einiges, aber das würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen, denke ich.
Gehen wir also rüber zum „Bauernhaus“, in dem sich Mirós Atelier befindet.

Ein kompakter Bau mit einem höheren Unter- und einem niedrigeren Obergeschoss.

Blick aus dem Obergeschoss auf den Atelierbereich. Auch hier konnte ich mir vorstellen, dass Miró gleich wiederkäme. Mir gefällt das viele Licht, das durch die Fenster und ein Oberlicht in den Raum fällt. Hier ist Platz zum Arbeiten, Stauraum findet sich in einer seitlichen Kammer und auch zum Teil oben.

Am liebsten hätte ich einen der Pinsel in die Hand genommen. Aber ganz so nah kommt man nicht dran, es gibt ein Seil, das den Bereich absperrt.

Als ob der Meister aus dem Fenster grüßt …
Mirós Bilder waren hier natürlich nicht zu sehen, dafür muss man in die Museen der Welt fahren. Aber der Abstecher zum Mas Miró hat sich gelohnt. Und man hat gespürt, wie stolz die Gemeinde Mont-roig auf ihren berühmten Mitbürger ist.Ein Besuch auf Mas Miró



