Neutrale Farben – Schattierungen aus drei Farben mit Weiß

Vor ein paar Tagen habe ich euch meine beiden Farbkreise gezeigt, die ich aus je drei Grundfarben gemischt habe. Was fehlte, waren Misch-Versuche mit jeweils allen drei Farben und etwas Weiß. Ich wollte nämlich „neutrale Farben“ erzeugen, Grautöne, Beige und was sonst noch dabei herauskommt. Man nennt sie auch „unbunte Farben“.

Ich bin bei meiner Zusammenstellung geblieben: zum ersten Karminrot, Kadmiumgelb und Ultramarinblau, zum zweiten Magenta, Zitrongelb und Coelinblau.

Und habe einfach so vor mich hin gearbeitet. Alle drei Farben plus etwas Weiß mit dem Pinsel mischen, aufs Papier malen. Mehr Weiß dazu, wieder aufs Papier. Dann ein bisschen von der einen oder anderen Farbe dazu und immer so weiter.

Ihr könnt sicher gut erkennen, wo die Grenze zwischen Farbschema 1 (links) und Farbschema 2 (rechts) verläuft. Die Mischungen aus Magenta, Zitrongelb und Coelinblau wirken deutlich kühler, finde ich.

Die aus drei Farben entstehenden Töne sind gedämpfter als die aus nur zwei Farben. Sie nähern sich Grautönen an oder ergeben sogar welche. Sehr lebendige Formen von Grau. Mal blaustichig, mal leicht grünlich oder rosig. Ich musste an Loriots Sketch „Eheberatung“ denken, in dem er seine Lieblingsfarbe Grau sehr detailliert beschreibt.

Und damit sind wir wieder bei ein bisschen Farbtheorie:

Farben, die sich im Farbkreis gegenüberliegen, nennt man Komplementärfarben. Die einfachsten Paare von Komplementärfarben sind Rot / Grün, Gelb / Violett und Blau / Orange. Mischt man diese Paare, so ergeben sich Grautöne bis hin zu einer Art Schwarz. Wie das Resultat genau ausfällt, hängt ab von den jeweiligen Farben, die man verwendet.

Eigentlich kein Wunder, dass bei der Mischung von drei Grundfarben etwas Graues herauskommt, denn zwei der Farben ergeben jeweils die Komplementärfarbe der dritten. Also z.B. Gelb und Blau ergeben Grün, die Komplementärfarbe zu Rot.

Was mir beim Mischen noch aufgefallen ist: Die verschiedenen Farben sind sehr unterschiedlich in ihrer „Durchschlagskraft“. Nehme ich z.B. ein wenig Rot, dann dominiert es sehr schnell die Mischung, ich muss damit wesentlich sparsamer umgehen als mit Gelb.

Wenn ich also Farben mischen will, um damit zu malen, fange ich immer mit der hellsten Farbe an und gebe die kräftigere vorsichtig nach und nach dazu, bis ich den gewünschten Farbton habe. Passe ich nicht auf, muss ich wieder größere Mengen der hellen Farbe zufügen und viel mehr anmischen, als ich brauche, und habe hinterher womöglich Reste, die ich wegwerfe. Was nicht gut ist, weder für meinen Geldbeutel noch für die Umwelt.

Das Mischen von Komplementärfarben steht als nächstes auf meinem Programm. Mal sehen, wie sich verschiedene Rottöne mit verschiedenen Grüntönen mischen, oder wie dasselbe Orange auf verschiedene Blautöne reagiert. Ich werde berichten.

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