Januar im Zeichen der Farbe

Kennt ihr das Gefühl, kein Material verschwenden zu wollen? Die Acrylfarben, das Aquarellpapier, die Leinwände, all das kostet Geld, also soll daraus auch etwas werden, das man vorzeigen kann. Wir gehen an die Staffelei mit der Vorstellung, dass jetzt zügig ein fertiges Bild entsteht. Optimale Nutzung von Zeit und Zeug.

Aber der Wunsch nach einem schnellen Ergebnis führt dazu, dass wir immer wieder dasselbe machen. Wollen wir uns weiterentwickeln, müssen wir von diesen ausgetretenen Pfaden abweichen. Wir müssen experimentieren, spielen, uns auf Neues einlassen.

Kinder können das. Sie probieren aus, wiederholen ihre Versuche, lernen dabei, werden sicherer. Und sie machen sich keine Gedanken über die Zeit, die das braucht.

Im Januar möchte ich mit Farben spielen, möchte sie erkunden, ihre unterschiedlichen Wirkungen, Wechselwirkungen, Mischungen. Dazu gehört ein bisschen Theorie, ein kleines Vokabular und Pinselarbeit.

Kommt ihr mit auf meine Farbenreise?

Fangen wir an mit einem Farbkreis.
Ich gehe von drei sogenannten Primärfarben aus, von Rot, Gelb und Blau.

Wenn ich je zwei dieser Farben mische, ergeben sich die Sekundärfarben Orange, Grün und Violett. Und wenn ich jetzt diese nochmals mit den Primärfarben mische, komme ich zu den Tertiärfarben, also zu Rot-Orange, Gelb-Orange, Gelb-Grün, Blau-Grün, Rot-Violett und Blau-Violett. So weit bekannt, denke ich.

Natürlich gibt es ganz unterschiedliche Farbtöne und dementsprechend werden die Mischfarben auch verschieden. Weil ich diese Unterschiede sehen möchte, mache ich zwei Farbkreise:

Farbkreis 1
Farbkreis 1
Farbkreis 2
Farbkreis 2

Bei ersten nutze ich Karminrot, Kadmiumgelb und Ultramarinblau (die klassischen Grundfarben) und beim zweiten Magenta, Zitrongelb und Coelinblau (weil das an das Farbschema beim Druck erinnert).

Auf meinem Kreis ist genügend Platz, also mische ich jede Farbe auch noch mit Weiß (innerer Ring) und Schwarz (äußerer Ring).

Spannend, was für ein großer Spielraum an Farben sich ergibt, die auch noch alle miteinander harmonieren, weil sie auf der gleichen Farbbasis beruhen. Und die hier gemischten Farben sind ja nur ein kleiner Ausschnitt aus dem, was jeweils möglich ist.

Die Zugabe von Weiß macht die Farben pastellig hell und bewirkt, dass die entstehende Farbe opak – blickdicht – ist, auch wenn die ursprüngliche durchscheinend war.

Mische ich Schwarz unter eine Farbe, kann sich ihr Charakter völlig verändern. Am stärksten sieht man das bei Gelb, das zusammen mit Schwarz ein Oliv ergibt. Rot und Orange werden zu vielfältigen Brauntönen.

Was hier noch fehlt sind die Mischungen aller drei Farben in unterschiedlichen Anteilen und mit Weiß und Schwarz. Das werde ich mir demnächst anschauen.

2 Gedanken zu „Januar im Zeichen der Farbe“

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