Reduktion oder Wie viel und was brauche ich eigentlich?

Beim Farbenmischen habe ich wieder einmal gesehen, mit wie wenigen Farben ich eigentlich auskommen könnte. Drei Grundfarben, Schwarz und Weiß und ich mische mir das ganze Universum für meine Bilder zusammen.

Warum habe ich dann so viel mehr Farben in meinem Atelier? Warum nicht nur ein Rot sondern Zinnoberrot, Karminrot, Krapprot, Englischrot, Magenta (wenn ich das mal zu Rot zähle)? Warum Orange, wenn ich es aus Rot und Gelb doch selber mischen kann?

Vielleicht, weil es manchmal einfach bequemer ist. Weil es Farben gibt, die ich häufig und in größerer Menge verwende. Weil sich unterschiedliche Farbtöne beim Mischen unterschiedlich verhalten (vergleiche die Farbkreise hier).

Und wahrscheinlich, weil es einfach Spaß macht mit all den Farbtuben und -flaschen zu arbeiten. Auch auf die Gefahr hin, dass einige mit der Zeit eintrocknen und unbrauchbar werden.

So wie mit den Farben geht es mir – und euch vermutlich ebenso – in vielen Bereichen.

Da sind die Schrankfächer voller Pullover und Shirts, die Stapel an Jeanshosen, die vielen Schals und Tücher. In der Küche stehen unzählige Kaffeebecher in diversen Designs, dabei trinke ich immer aus denselben zwei oder drei Tassen. Und lange Zeit habe ich von Reisen Kochbücher mitgebracht, die mehr der Erinnerung dienen als praktisch genutzt zu werden.

Zeug kostet Zeit. Dinge wollen instand gehalten und aufgeräumt werden. Wir beklagen uns, dass wir zu wenig Zeit haben, haben aber zu viel Zeug, um das wir uns kümmern müssen. Unlogisch, oder?

Außerdem bremst uns Zeug aus. Je mehr Wahlmöglichkeiten wir haben, desto schwerer fällt uns die Entscheidung. Male ich heute auf Papier oder Leinwand? Mit Aquarellfarben oder Acryl? Mache ich Collagen oder überlege ich mir endlich, was ich mit all den gesammelten Materialien vom Strand anfange? Das Ende vom Lied: Ich mache nichts von all dem.

Genau das ist der Grund, warum ich mir für den Januar das Thema „Farbe“ gewählt habe. Ich reduziere die Möglichkeiten und gebe mir einen Fokus. Ich komme ins Tun, weil ich weiß, was ich zu tun habe.

Wie geht ihr mit dem Thema „Reduktion“ um? Ist es für euch überhaupt ein Thema? Und wenn ja, welche Bereiche eures Lebens betrifft es? Schreibt mir gerne dazu etwas in die Kommentare.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.