12. Dezember

12. Dezember

Bei diesem Zitat fällt mir sofort Hoppers Bild “Nighthawks” – “Nachtschwärmer” – ein.

Umgeben von einer menschenleeren, dunklen Straße eine hell erleuchtete Bar. Darin der Kellner inmitten eines runden Tresens, an dem drei Personen auf Barhockern sitzen. Seitlich eine Frau und ein Mann nebeneinander, außerdem ein einzelner Mann mit dem Rücken zum Betrachter.

Das Bild erzählt eine Geschichte von Einsamkeit, von Distanz und Verlorenheit, ohne dass ein einziges Wort dazu gesagt werden muss. Hopper schafft mit der Wahl seiner Farben, der Körperhaltung der Figuren und ihrer Größe im Vergleich zum umgebenden Raum diese Stimmung.

Wollte ich versuchen, all das, was in dem Bild steckt, in Worte zu fassen, müsste ich einen langen Aufsatz schreiben und doch würden Feinheiten fehlen, die ich beim Anschauen sofort spüre.

Wir Menschen nehmen unsere Umgebung vor allem mit den Augen wahr. Natürlich tragen auch Geräusche und Gerüche zur Einschätzung einer Situation bei, aber das, was wir sehen, liefert uns die ersten und wichtigsten Informationen.

Auf einen Blick erfassen wir viele Details, unser Gehirn kombiniert sie und zieht seine Schlüsse daraus.

Bilder wirken also ohne Umwege auf uns. Außerdem ist ihre Wirkung von Sprache weitgehend unabhängig. Wenn ich das Bild “Nighhawks” betrachte, dann verstehe ich es, egal ob Deutsch oder Englisch, Spanisch oder Französisch meine Muttersprache ist.


12. Dezember

When I hear this quote, I immediately think of Hopper’s painting “Nighthawks”.

Surrounded by a deserted, dark street is a brightly lit bar. Inside is the waiter in the middle of a round counter with three people sitting on bar stools. A woman and a man side by side, and a single man with his back to the viewer.

The painting tells a story of loneliness, distance and forlornness without saying a single word. Hopper creates this mood with the choice of his colors, the posture of the figures and their size in comparison to the surrounding space.

If I wanted to try to put everything that is in the painting into words, I would have to write a long essay and yet I would miss those subtleties that I immediately feel when looking at it.

We humans perceive our surroundings primarily with our eyes. Of course, noises and smells also contribute to the assessment of a situation, but what we see provides us with the first and most important information.

We grasp many details at a glance, our brain combines them and draws its conclusions from them.

Images therefore affect us directly. In addition, their effect is largely independent of language. When I look at the painting “Nighhawks”, I understand it, regardless of whether my mother tongue is German or English, Spanish or French.

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