22. Dezember

22. Dezember

Dieses Picasso-Zitat ist eins seiner bekanntesten. Ich mag es, weil es für mich sagt, dass Kunst etwas anderes ist als Können.

Wenn jedes Kind ein Künstler ist, dann hat Kunst weniger mit erlernten Fertigkeiten zu tun als mit einer bestimmten Sichtweise.

Wie sieht ein Kind die Welt? Für Kinder ist vieles, was sie erleben und wahrnehmen, neu. Im Idealfall geht ein Kind offen auf dieses Neue zu, ist neugierig. Kinder betrachten Unbekanntes genau und ohne vorgefertigte Meinungen dazu. Und weil sie noch nicht so viele Erfahrungen gemacht haben wie Erwachsene, haben sie noch nicht so viele Schubladen, in die sie ihre Erlebnisse nach einer oberflächlichen Kategorisierung einordnen.

Kind-Sein heißt spielerisch die Welt zu erkunden und sich auszuprobieren. Kind-Sein heißt, neue Dinge kreativ auf ihre Möglichkeiten abzuklopfen. Kind-Sein heißt, weniger oder keine Vor-Urteile zu haben.

Und was bedeutet dann Erwachsen-Werden? Es bedeutet, zu lernen, wie die Welt funktioniert. Wir verlieren diesen kindlich-frischen Blick auf unsere Umgebung, weil wir glauben, zu wissen. Erwachsen-Werden bedeutet auch, in dieser Welt zu funktionieren, unsere Rolle zu finden und auszufüllen. Und oft bedeutet es auch, dabei die Offenheit, die Neugier und die Kreativität hinter uns zu lassen.

Ich glaube, das Problem liegt in der schleichenden Veränderung. Als Kind ist alles neu und spannend. Nach und nach lernen wir unsere Umwelt kennen, lernen uns anzupassen, gewöhnen uns. Und mit dieser Gewöhnung verliert vieles seinen Zauber, wird selbstverständlich und nicht mehr hinterfragt.

Wenn wir also Künstler*in bleiben wollen, dürfen wir diese kindliche Haltung nicht verlieren. Oder wir müssen sie wiederfinden. Gehen wir auf die Suche!


22. Dezember

This Picasso quote is one of his best known. I like it because to me it says that art is something other than ability.

If every child is an artist, then art has less to do with learned skills than with a certain point of view.

How does a child see the world? Much of what they experience and perceive is new to children. Ideally, a child approaches this new thing openly and is curious. Children look at the unknown closely and without pre-defined opinions. And because they have not yet had as many experiences as adults, they do not yet have as many boxes in which to classify their experiences according to a superficial categorization.

Being a child means exploring the world in a playful way and trying things out. To be a child means to creatively examine new things for their possibilities. Being a child means having fewer or no prejudices.

And then what does growing up mean? It means learning how the world works. We lose this childlike, fresh view of our surroundings because we believe we know. Growing up also means functioning in this world, finding and fulfilling our role. And often it also means leaving openness, curiosity and creativity behind us.

I think the problem lies in the creeping change. As a child, everything is new and exciting. Little by little we get to know our environment, learn to adapt and get used to it. And with this habituation, a lot loses its magic, is taken for granted and is no longer questioned.

So if we want to remain an artist, we must not lose this childlike attitude. Or we have to find it again. Let’s go in search!

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