Leben im Unperfekt – Zitat von Paul Gardner

“Wie weißt du, ob ein Bild fertig ist?”, werde ich hin und wieder gefragt. Vor allem, wenn es um abstrakte oder stark abstrahierte Werke geht.

Für mich ist das ganz klar eine Bauchentscheidung. Und ich stimme den Worten des schottischen Malers Paul Gardner zu.

Bei gegenständlichen Werken ist es einfacher, weil ich mit einer Vorlage – einem Landschaftsfoto zum Beispiel – vergleiche und überlege, ob ich genug davon dargestellt habe.

Bei abstrakten oder gegenstandslosen Arbeiten stelle ich mir die Frage: Stört mich irgendetwas? Und wenn ja, was genau? Tonwerte? Kontraste? Bildkomposition? Fehlt etwas oder ist da zu viel?

Eigentlich könnte ich an einem Bild ewig weiter arbeiten. Ich könnte Details hinzufügen, könnte sie durch Übermalen reduzieren. Könnte neue Farbschichten einfügen, könnte sie wieder abwischen oder abschleifen. Der Prozess ist theoretisch unendlich.

Aber immer gibt es einen Punkt, an dem ein Gefühl von Zufriedenheit mit dem Erreichten eintritt. Ein Gefühl, es jetzt, zu diesem Zeitpunkt, nicht besser machen zu können.

Diesen Punkt zu übersehen, das kann so schnell gehen. Noch ein paar Pinselstriche hier und da – und schon war es too much.

Also: Arbeiten und zwischendurch Pause machen. Etwas ganz anderes angehen, um Abstand zu gewinnen. Das kann ein anderes Bild der Serie sein oder auch die Bügelwäsche.


Living in the Imperfect – Quote by Paul Gardner

“How do you know if a painting is finished?” I get asked from time to time. Especially when it comes to abstract or highly abstract works.

For me, this is clearly a gut decision. And I agree with the words of the Scottish painter Paul Gardner.

With representational works, it’s easier because I compare with a template – a landscape photo, for example – and consider whether I’ve portrayed enough of it.

In the case of abstract or non-representational works, I ask myself the question: does anything bother me? And if so, what exactly? tonal values? contrasts? image composition? Is something missing or is there too much?

Actually, I could go on working on a piainting forever. I could add details, could reduce by painting over them. Could paste new layers of paint, could wipe or sand them down again. The process is theoretically infinite.

But there is always a point at which a feeling of satisfaction with what I have achieved sets in. A feeling of not being able to do better at this point in time.

Overlooking this point can happen so quickly. A few more brush strokes here and there – and it was already too much.

So: work and take a break in between. Do something completely different to gain distance. This can be another painting in the series or the ironing.

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