Kein Pinselstrich seit Wochen – muss ich mir Sorgen machen?

Die Palette seit Wochen ohne Farbe, das Wasserglas leer, die Pinsel arbeitslos. Ist das der Beginn einer kreativen Blockade oder nur eine Pause vom Schaffen? Oder vielleicht etwas ganz anderes?

Immer wieder heißt es, dass eine regelmäßige kreative Praxis – das Da-Sein im Atelier – dafür sorgt, uns ins Tun zu bringen. Und dieses Tun fördert die Inspiration, lässt Ideen sprießen und uns produktiv sein.

Ich habe diese Erfahrung selber schon gemacht und auch darüber geschrieben.

Aber bedeutet das, dass wir ständig produktiv sein müssen? Dass irgendetwas falsch läuft, wenn wir eine Weile nicht malen oder zeichnen?

Natürlich nicht. Ich glaube, dass wir gar nicht ständig produktiv sein können. Überhaupt bringt für mich der Begriff “Produktivität” einen falschen Ton ins Denken, denn er gehört in den Bereich der Wirtschaft.

Okay, wer von seiner Kunst leben will, muss auch wirtschaftlich denken, muss produzieren und verkaufen. Aber mir geht es heute um den kreativen Prozess, nicht um das Ergebnis, das “Produkt”.

Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass meine Kreativität in Wellen kommt und geht, mal diesen, mal jenen Strand benetzt. Es gibt Phasen, in denen ich an der Staffelei stehe oder an meinem Arbeitstisch sitze. Und es gibt Phasen, in denen meine kreative Energie in andere Bereiche fließt.

Im Moment gestalte ich viel am Computer, arbeite freiberuflich an verschiedenen Aufträgen, was sowohl Zeit als auch “kreative Kraft” verbraucht. Ich kenne mich inzwischen gut genug, um zu wissen: Im Atelier bringe ich jetzt nichts Brauchbares zustande. – Stop! Falsche Formulierung! Klingt zu “Produkt-orientiert”. – Gemeint ist: Im Atelier kann ich mich jetzt nicht in den kreativen Prozess versinken lassen, weil mein Unterbewusstsein an Anderem arbeitet.

Trotzdem beschäftige ich mich mit Malerei. Wenn ich nichts Neues kreiere, setze ich mich eben mit alten Werken auseinander. Es gibt da ja noch den Plan, das Bilderlager auf dem Speicher endlich mal neu zu organisieren und ein Bildarchiv zu erstellen. Und genau das mache ich gerade. Demnächst mehr dazu.

Wie geht ihr mit Phasen um, in denen ihr nichts kreieren könnt? Habt ihr überhaupt solche Phasen? Wodurch werden sie bei euch ausgelöst? Und wie kommt ihr da wieder heraus? Schreibt mir dazu etwas in die Kommentare.


No brush stroke for weeks – should I be worried?

The palette has been without color for weeks, the water glass is empty, the brushes are out of work. Is this the beginning of a creative block or just a break from creating? Or maybe something completely different?

It is said again and again that regular creative practice – being there in the studio – ensures that we get into action. And this action promotes inspiration, allows ideas to sprout and allows us to be productive.

I have had this experience myself and have written about it.

But does that mean we have to be productive all the time? That something goes wrong if we don’t paint or draw for a while?

Of course not. I don’t think we can be productive all the time. In general: for me, the term “productivity” strikes the wrong note, because it belongs to the field of economics.

Okay, if you want to make a living from your art, you have to think economically, you have to produce and sell. But today I’m concerned with the creative process, not with the result, the “product”.

Personally, I have found that my creativity comes and goes in waves, wetting this beach and that beach. There are phases in which I stand at the easel or sit at my desk. And there are phases in which my creative energy flows into other areas.

At the moment I design a lot on the computer, work freelance on various assignments, which consumes both time and “creative power”. I now know myself well enough to know that I can’t produce anything useful in the studio. – Stop! Wrong wording! Sounds too “product-oriented”. – What is meant is: In the studio I can’t immerse myself in the creative process because my subconscious is working on something else.

Nevertheless, I am engaged in painting. If I’m not creating anything new, I’ll just deal with old works. There is still the plan to finally reorganize the storage of images and to create an image archive. And that’s exactly what I’m doing right now. More on that soon.

How do you deal with phases in which you cannot create anything? Do you have such phases at all? What triggers them for you? And how do you get out of there? Write me something about it in the comments.

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